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Dr. Thomas L. Gertzen (Berlin)
Strukturgefängnis und exotischer Freiraum. Geschichte der Ägyptologie und Sudanarchäologie in der DDR – eine Zwischenbilanz

Mi, 13.11.2019, 18.00 Uhr
Seminargebäude, Universitätsstraße 37, Raum S01 (Erdgeschoss)

Abstract

Die Fachgeschichte der Ägyptologie erfreut sich in jüngster Zeit verstärkter Aufmerksamkeit und hat dabei methodisch entscheidende Fortschritte – weg von der reinen Ereignisgeschichte, oder „Legendenerzählung“ – hin zu einer kritischen Wissenschaftsgeschichte gemacht. Dabei stellt die Auseinandersetzung mit der jüngeren Vergangenheit nach ’45 eine besondere Herausforderung und ein auch erst in jüngster Zeit bearbeitetes Forschungsfeld dar.

Der Vortrag will einen Überblick über die Entwicklung des Faches innerhalb des sich ausbildenden DDR-Wissenschaftsbetriebes von 1949 bis 1990 bieten und nimmt dabei insbesondere die Kontinuitätslinien vom „Dritten Reich“ aber auch aus dem „langen 19. Jahrhundert“ in den Blick. Die Auseinandersetzung mit der Traditionspflege und DDR-Wissenschaftsgeschichtsschreibung innerhalb der und zur Ägyptologie leitet über zu einer Auseinandersetzung mit der Methodik wissenschaftsgeschichtlicher Forschung und der Arbeit mit Zeitzeugen.

Dr. Thomas L. Gertzen studierte Ägyptologie, Altorientalistik und klassische Archäologie an den Universitäten Münster, Oxford und Berlin (FU). 2013 wurde er am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte der Humboldt Universität zu Berlin mit einer Arbeit über die „Berliner Schule“ der Ägyptologie im Fach Neuerer und Neuester Geschichte promoviert. In zahlreichen Publikationen hat er sich mit der Geschichte orientalistischer und altertumswissenschaftlicher Fächer auseinandergesetzt. 2017 hat er eine „Einführung in die Wissenschaftsgeschichte der Ägyptologie“ veröffentlicht. Er ist Mitherausgeber der wissenschaftsgeschichtlichen Reihe Investigatio Orientis.

Im Anschluss an die Vorlesung findet ein Umtrunk in den Räumen der Ägyptologie statt, zu dem wir Sie gerne einladen möchten.