Jump to main content

Laufende Ausgrabung

Vom 5.9. bis 4.10.2025 fand die zweite Ausgrabung des Jahres in Zawyet Sultan, dem antiken Hebenu, unter Beteiligung von Kölner Forschenden und Studierenden, sowie ägyptischen Expert:innen statt. Hebenu war ein regionales Zentrum von der ausgehenden Vorgeschichte bis in die frühislamische Zeit. Im Herbst 2025 standen die Gräber des späten Alten Reichs im Hauptfeld des Grabungsplatzes im Mittelpunkt der Ausgrabung. Die Gräber datieren in die Zeit um 2300 v. Chr., als die regionalen Zentren Ägyptens erstarkten und sich allmählich zu eigenen Machtzentren im provinziellen Hinterland des pharaonischen Staates aufstiegen. Die Gräber gehören einer sozialen Schicht unterhalb der lokalen Gouverneure. Es handelt sich um sogenannte "Mastabagräber", die einen aufgemauerten Oberbau und eine unterirdische Anlage aus Schacht und Grabkammer haben. Grab 1 zeichnet sich durch eine mit Steinplatten ausgekleidete Opferkammer, in der dem Verstorbenen Opfer für das Jenseits dargebracht wurden, aus. Erstmals wird mit den Ausgrabungen hundert Jahre nach der Freilegung eines ähnlichen Friedhofs in dem benachbarten Beni Hassan die komplexe Belegung eines Mastabafriedhofs in der Provinz sichtbar. Anders als in den historischen Ausgrabungen der Vergangenheit werden die Bestattungen und menschlichen Skelette in Zawyet Sultan detailliert aufgenommen und analysiert. Neben der Ausgrabung ist das Studium der menschlichen Knochen, der in den Gräbern aufgefundenen Keramikgefäße, weiterer Objekte und organischer Materialien ein wichtiges Element der Ausgrabung vor Ort.

Das Kölner Team arbeitet im Rahmen einer neuen Kooperation mit Archäologinnen und Archäologen der Universität Leiden unter der Leitung von Marieke van Aerde. Die Leidener konzentrieren sich auf die ausgedehnten Siedlungsreste der römischen und spätrömischen Siedlung. Der Survey von Gebäudestrukturen und der assoziierten Keramigefäße lässt allmählich die Struktur der römischen Besiedlung zu Tage treten. Wohbereiche, kommunale Anlagen und Tempelreste lassen sich allmählich voneinander unterscheiden und auf dem Boden verorten.