Subalterne Eliten in der funerären Lanschaft des späten Alten Reichs und der frühen Ersten Zwischenzeit in Zawyet Sultan.
Die subalternen Eliten des späten Alten Reichs von Zawyet Sultan (2023-2026)
Das Projekt ist aktuellen Forschungen zur sozialen Ausdifferenzierung lokaler Gemeinschaften im späten Alten Reich und der frühen Ersten Zwischenzeit Ägyptens, ca. 2400-2200 v. Chr., gewidmet. Traditionell stehen die Provinzgouverneure („Gaufürsten“) und ihr erweiterter Haushalt im Mittelpunkt der Forschung. Dagegen widmet sich das beantragte Projekt den unteren Eliten, die sich im Zuge der Regionalisierung Ägyptens herausbildeten und ein wichtiges Bindeglied zwischen lokalen Gemeinschaften und formalisierter Staatsverwaltung waren. Im Zentrum des Projekts steht die Frage, wie die subalterne Elite der Provinzhauptstadt Hebenu in die materiellen Praktiken und das soziale Geflecht der funerären Landschaft von Zawyet Sultan eingebettet war.
Für die Beantwortung der Frage werden ausgewählte Gräber, die sich nach derzeitigem Kenntnisstand Mitgliedern der unteren Elite zuordnen lassen, dokumentiert, mit ähnlichen Befunden verglichen, in regionale Muster eingeordnet und vor dem Hintergrund aktueller Debatten zur Regionalisierung Ägyptens im Alten Reich diskutiert. Die Dokumentation umfasst archäologische, geophysikalische und naturwissenschaftliche Methoden. Auf dieser Grundlage kann das Projekt ein differenzierteres Bild dieser wichtigen Bevölkerungsgruppe zeichnen als es mit Altgrabungen an anderen Orten möglich ist. Die derzeit durchgeführten Ausgrabungen in Zawyet Sultan eröffnen darüber hinaus eine hervorragende Möglichkeit, die subalterne Elite als Teil eines dynamischen Gefüges von sozialen Beziehungen und Abgrenzungen in dem Friedhofsgelände sichtbar zu machen und ihre Entstehung vor Ort nachzuverfolgen. Das Projekt trägt dazu bei, den Übergang vom Alten Reich zur Ersten Zwischenzeit, der als Epoche des „Zusammenbruchs“ zentralisierter Herrschaft gilt, in seinen lokalen Kontexten zu modellieren.
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